In eigener Sache…

Ist eine Kulturszene in Schwarzenbruck vorhanden? Suche ich nach einer Antwort, so fällt mir zuerst das Kulturnetzwerk Schwarzenbruck ein, vor 10 Jahren gegründet, sie machen Ausstellungen, Konzerte, haben den Mondscheinmarkt für Schwarzenbruck ins Leben gerufen und bieten den Bürgerinnen und Bürgern auch sonst noch einiges an kulturellen Höhepunkten in der Gemeinde. Doch jetzt steht das Kulturnetzwerk vor dem Aus. Nach Meinung der Vorstände des Vereins, mangelt es an Unterstützung durch die Gemeinde. Nun, wenn es dann so ist, frage ich mich, warum. Zwar liegt der Mondscheinmarkt schon länger in dem Verwaltungsbereich der Gemeinde, die ihn organisiert und betreut und die Vernissagen des Kulturnetzwerks finden zum Teil im Foyer der Gemeinde statt, angetrieben und mit Leben gefüllt hat es jedoch der Verein. Ich mag mir nicht vorstellen, was passiert, sollte das Kulturnetzwerk wirklich am Ende ist.

Kultur bedeutet zusammen leben, feste soziale Fundamente schaffen, den Bürgerinnen und Bürgern eine Grundlage bieten, in der sie sich wohl fühlen und die verbindet.

Es wird bei uns nur so viel getan, wie es notwendig ist, um ein Minimum an Kultur, die meistens durch Vereine im Ort finanziert und initiiert werden, aufrecht zu erhalten. Unterstützung gibt es in manchen Fällen maximal durch einen selektiven finanziellen Zuschuss.

Wir brauchen Kultur, und zwar in allen Bereichen. Wohnen, Verkehr, Gestaltung, bildende Kunst, Musik, hochwertige Feste und Zusammenkünfte, Geschichte, und Gesellschaft.

Jegliche Zensur der Vielfältigkeit von Kultur, führt nahezu immer auch zu negativen Umbrüchen in der Gesellschaft. Einschränkungen, die durch religiöse, politische oder fragwürdige moralische Intentionen betrieben wurden, haben eine gelungene Weiterentwicklung von Gesellschaften stark behindert. Beispiele aus der Geschichte oder totalitären Systemen zeigen das anschaulich.
Daraus wird deutlich, die größten Feinde von Kultur sind Ignoranz, einseitige Betrachtungsweisen verbunden mit Engstirnigkeit und Intoleranz.
Wer glaubt, dass es Kultur zum Nulltarif gäbe, oder dass man sie nach eigenem Gutdünken so beugen und biegen könne, wie und wo man sie gerade braucht, ist nicht nur ein Totengräber vielfältiger Kulturgüter sondern ein Chancenvernichter für  viele positive Aspekte gesellschaftlicher Pluralität.

Das erfordert Respekt vor individuellen Betrachtungsweisen. Es muss dem Betrachter ermöglicht werden „seine“ Kultur erleben zu dürfen und Respekt für seine individuelle Wahrnehmung zu erfahren. Der oberflächliche schnelle Konsum hat durchaus seine Berechtigung, solange gleichberechtigt die Möglichkeit für das Erleben weiterer Kulturgüter zur Verfügung steht.

Ich bin der Überzeugung, dass wir zusammen offen und konstruktiv mit unserer Kultur umgehen müssen. Eine kulturelle Zukunft braucht Freiraum für Visionen und Bilder in den Köpfen aller Verantwortlichen, sie braucht die Musik der Ideen und lebt von der Vielfalt der Farben.

Kultur kann nicht bestimmend und starr sein. Für das Mitgestalten von Kultur braucht es Platz im Kopf und im Herz, um so ein buntes Bild für unsere Zukunft gestalten zu können.

Es gibt unter Konzertagenturen und Veranstaltern einen wichtigen Satz “Wir lachen zusammen oder wir weinen zusammen”.  Mehr muss ich nicht sagen zum Thema Unterstützung.

Cultura Musica e.V. hat versucht etwas zur Kultur beizutragen, was leider nur in Teilen funktioniert hat. Nun, auch wir werden uns aus unserem Ort zurückziehen. So wird das Kulturnetzwerk und unser Verein in Schwarzenbruck keine Konzerte mehr veranstalten (ausgenommen Planet Floyd am 15.06.2019). Hoffentlich findet irgend ein Nachfolger, ein Verein oder ein Konzertbüro den Mut es noch einmal zu probieren.